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Das Geschäftsjahr 2008 war von sehr guten Bedingungen geprägt, bevor im vierten Quartal mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein rascher konjunktureller Rückgang einsetzte.

Bucher Industries steigerte im Jahr 2008 den Umsatz um 13%, währungsbereinigt um 20%, auf CHF 2 789 Mio. Das organische Wachstum betrug 16%. Das Betriebsergebnis vor ausserordentlichen Wertminderungen verbesserte sich um 20% auf CHF 276 Mio. Damit erreichte der Konzern eine EBIT-Marge von 10%. Der durch die Finanzkrise verursachte konjunkturelle Rückgang sowie die getrübten Aussichten, machten ausserordentliche Wertminderungen von CHF 30 Mio. auf Goodwill der Divisionen Bucher Municipal und Bucher Hydraulics notwendig. Trotz dieser Belastungen stieg das Betriebsergebnis um 7% auf CHF 246 Mio. Der Auftragseingang von CHF 2 792 Mio. lag um 3% über, der Auftragsbestand mit CHF 843 Mio. um 3% unter dem hohen Vorjahreswert. Das Finanzergebnis von minus CHF 29 Mio. war von massiven Währungsschwankungen und der Wertminderung auf der Beteiligung an der Jetter AG belastet. Das Konzernergebnis von CHF 145 Mio. lag deshalb um 15% unter dem Vorjahreswert.
Starker Konjunkturrückgang
Das Marktumfeld war geprägt von sehr guten Rahmenbedingungen mit einer entsprechend starken Nachfrage während der ersten neun Monate des Berichtsjahres, gefolgt von einem raschen konjunkturellen Rückgang im vierten Quartal. Ausser dem Landmaschinenbereich Kuhn Group verzeichneten alle Divisionen von Bucher Industries im vierten Quartal des Berichtsjahres einen starken Rückgang im Auftragseingang. Die restriktive Kreditvergabe der Banken und die Verunsicherung der Kunden verstärkten den Abschwung. Neben den Hauptmärkten Westeuropa und Nordamerika, waren insbesondere Osteuropa und einige asiatische Länder betroffen.

Hohes organisches Wachstum
Bucher Industries steigerte trotz der negativen Einflüsse der Finanz- und Wirtschaftskrise den Umsatz um 13.4%, währungsbereinigt um 19.5%, auf CHF 2 788.9 Mio. Der Akquisitionseinfluss betrug 3.5% und das organische Wachstum 16.0%. Vom einsetzenden konjunkturellen Rückgang waren alle Divisionen betroffen, wobei sich der Landmaschinenbereich als erfreulich robust herausstellte. Das Betriebsergebnis vor ausserordentlichen Wertminderungen verbesserte sich um 20.4% auf CHF 276.1 Mio. Die entsprechende EBIT-Marge erreichte 9.9%. Die getrübten konjunkturellen Aussichten führten zu ausserordentlichen Wertminderungen von CHF 29.9 Mio. auf Goodwill von Bucher Hydraulics in den USA und Bucher Municipal in Deutschland. Trotz diesen ausserordentlichen Belastungen konnte der Konzern das Betriebsergebnis um 7.3% auf CHF 246.2 Mio. steigern. Der Auftragseingang betrug CHF 2 791.9 Mio. und nahm um 3.2%, währungs- und akquisitionsbereinigt um 5.7%, zu. Der Auftragsbestand erreichte CHF 843.4 Mio. und lag um 3.2% unter, in Lokalwährungen um 2.1% über dem Wert des Vorjahres. Der Auftragsvorrat zu Beginn des Jahres entsprach rund dreieinhalb Monaten. Das Finanzergebnis von minus CHF 29.1 Mio. war negativ beeinflusst von den massiven Währungsschwankungen des Euros, des US- und des australischen Dollars, der schwedischen Krone und des britischen Pfunds sowie der Wertminderung von CHF 8.9 Mio. der Beteiligung an der Jetter AG. Deshalb lag das Konzernergebnis von CHF 145.4 Mio. um 15.0% unter dem Vorjahreswert.

Robuste Finanzlage
Aufgrund der markanten Umsatzsteigerung und der Akquisitionen erhöhte sich im Berichtsjahr das Nettoumlaufvermögen um CHF 118.2 Mio. auf CHF 463.3 Mio. Dazu trugen insbesondere die Warenvorräte und Forderungen bei. Zusammen mit den hohen Investitionen in Sachanlagen in der Höhe von CHF 129.5 Mio. resultierte ein betrieblicher Free Cashflow von minus CHF 15.3 Mio. gegenüber CHF 42.7 Mio. im Vorjahr und ein Anstieg der betrieblichen Nettoaktiven um CHF 230.5 Mio. auf CHF 922.5 Mio. Diese Zunahme der Nettoaktiven und die getätigten Akquisitionen von CHF 152.1 Mio. reduzierten die Nettoliquidität um CHF 274.8 Mio. auf minus CHF 110.6 Mio. Der Konzern verfügt über kurz- und langfristige Bankdarlehen sowie kommittierten Kreditlinien im Umfang von über CHF 600 Mio. und bleibt damit auch in den unsicheren Zeiten der Finanzkrise solide finanziert. Die massiven Währungsverschiebungen, insbesondere aber der abrupte Rückgang der Hauptwährungen gegenüber dem Schweizer Franken gegen Ende des Jahres, belasteten die Erfolgsrechnung mit CHF 23.3 Mio. Die Umrechnung der in Fremdwährung erstellten Bilanzen wirkte sich mit CHF 122.7 Mio. negativ auf das Eigenkapital aus. Trotz des Konzernergebnisses von CHF 145.4 Mio. nahm das Eigenkapital um CHF 26.7 Mio. auf CHF 846.1 Mio. ab. Die Eigenkapitalquote blieb mit 40.9% jedoch praktisch konstant.

Investitionen in die Zukunft
Im Berichtsjahr setzte der Konzern die langfristige Strategie fort und investierte CHF 129.5 Mio. in Betriebseinrichtungen sowie CHF 152.1 Mio. in gezielte Akquisitionen. Die wichtigsten Vorhaben betrafen ein neues Montagewerk für grosse Landmaschinen bei Saverne, Frankreich, und für Glasformungsmaschinen in Malaysia sowie Erweiterungen der Werke von Bucher Hydraulics in der Schweiz und von Bucher Municipal in Dänemark. Bucher Hydraulics baute die Präsenz in Nordamerika durch den Kauf der Unternehmen Monarch Hydraulics Inc. und Command Controls Corp. aus. Kuhn Group ergänzte die Produktpalette mit der Akquisition der auf Pflanzenschutzspritzen spezialisierten Blanchard SAS in Frankreich und kündigte gegen Ende des Berichtsjahres den Kauf des Ballenpressengeschäfts von Kverneland an.

Personal
Bucher Industries konnte im Durchschnitt des Berichtsjahres 646 neue Arbeitsplätze schaffen und erhöhte den Personalbestand durch Zukäufe um weitere 3.7%. Am Jahresende beschäftigte der Konzern in 28 Ländern 8 373 Mitarbeitende.

Kuhn Group
In einem sehr guten Marktumfeld steigerte die Division den Umsatz mit spezialisierten Landmaschinen um 19.0%, währungsbereinigt um 26.0%, auf CHF 1 105.6 Mio. Der gegen Ende des Berichtsjahres akquirierte französische Hersteller von Pflanzenschutzspritzen Blanchard SAS trug 1.3% zum Umsatzwachstum bei. Das Betriebsergebnis stieg gegenüber dem sehr hohen Vorjahreswert um 27.1% auf CHF 136.9 Mio. Der Auftragseingang betrug CHF 1 224.0 Mio. und lag um 17.1%, währungsbereinigt um 23.9%, über dem Vorjahr. Entsprechend erhöhte sich der Auftragsbestand um 29.8% auf CHF 432.2 Mio. Alle Regionen, insbesondere aber die Hauptmärkte Westeuropa und Nordamerika, trugen zum erfreulichen Geschäftsgang bei. In Brasilien setzte sich die rasche Markterholung fort. Die voll ausgelasteten Kapazitäten und die weiter optimierten Prozesse der Division wirkten sich positiv auf die Betriebsmarge aus. Die gegen Ende des Berichtsjahres angekündigte Übernahme des holländischen Produktionswerks für Ballenpressen von der Kverneland Gruppe wurde am 19. Februar 2009 vollzogen. Damit konnte Kuhn Group eine wichtige Produktlücke bei den Futtererntemaschinen schliessen.

Bucher Municipal
Im Berichtsjahr nahm der Umsatz von Bucher Municipal mit Kommunalfahrzeugen und Winterdienstausrüstungen um 4.1%, währungsbereinigt um 12.0%, auf CHF 579.1 Mio. zu. Das Betriebsergebnis vor der ausserordentlichen Wertminderung auf Goodwill bei der Gmeiner GmbH in der Höhe von CHF 4.7 Mio. betrug CHF 42.7 Mio. Es übertraf den Vorjahreswert um 15.7% trotz erheblicher negativer Währungseffekte. Der hohe Auftragsbestand zu Beginn des Berichtsjahres und die Realisierung einzelner Grossaufträge sowie die rege Nachfrage nach Müll- und Kehrfahrzeugen in Australien trugen zum guten Geschäftsgang bei. Der Auftragseingang betrug CHF 528.4 Mio. und lag, als Folge des starken konjunkturellen Rückgangs im vierten Quartal, um 12.4%, währungsbereinigt um 5.7%, unter dem Rekordwert des Vorjahres. Projektverzögerungen und vereinzelte Annullationen konnten nicht verhindert werden. Der Auftragsbestand nahm um 35.7% auf CHF 114.5 Mio. ab. Bucher Municipal reagierte auf das tiefere Geschäftsvolumen zu Beginn des laufenden Jahres mit dem Abbau von temporären Stellen, Überzeit, Gleitzeit und Ferien und konnte vereinzelte Entlassungen nicht vermeiden.

Bucher Process
Die Division erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von CHF 195.2 Mio. und übertraf den hohen Vorjahreswert um 12.3%, währungsbereinigt um 15.7%. Das Betriebsergebnis konnte um 26.8% auf CHF 24.1 Mio. gesteigert werden und die EBIT-Marge betrug erfreuliche 12.4%. Diese Zunahme ging insbesondere auf die hervorragende Abwicklung der beiden Grossaufträge für Fruchtsaftanlagen aus China und Grossbritannien zurück. Das Ausbleiben entsprechender Folgeaufträge für Fruchtsaftproduktionsanlagen führten zu einem Rückgang des Auftrageingangs um 16.8%, währungsbereinigt um 13.8%, auf CHF 167.7 Mio. Aus denselben Gründen nahm der Auftragsbestand um CHF 28.6 Mio. auf CHF 40.1 Mio. ab.

Bucher Hydraulics
Der Umsatz von Bucher Hydraulics stieg mit kundenspezifischen hydraulischen Systemlösungen um 28.6% auf CHF 497.0 Mio. Währungsbereinigt betrug die Zunahme 33.5%. Das organische Wachstum lag bei 14.8%. Die im Berichtsjahr akquirierten Unternehmen in den USA, die Monarch Hydraulics Inc. und die Command Controls Corp., trugen CHF 65.2 Mio. oder 13.1% zum Umsatz bei. Das Betriebsergebnis vor ausserordentlichen Wertminderungen betrug CHF 56.4 Mio. und lag um 3.6% unter dem hohen Vorjahreswert. Die getrübten Marktaussichten in den USA machten eine Wertminderung auf Goodwill von CHF 25.2 Mio. notwendig. Der Auftragseingang betrug CHF 472.9 Mio. und stieg um 14.2%, währungs- und akquisitionsbereinigt um 2.6%. Vom konjunkturellen Abschwung in den letzten Monaten des Berichtsjahres blieben weltweit nur die Zuliefermärkte Land- und Energietechnik sowie Baumaschinen in China verschont.

Emhart Glass
Dank einer konstant hohen Auslastung während des ganzen Berichtsjahres erzielte Emhart Glass einen praktisch auf dem Höchstwert des Vorjahres liegenden Umsatz von CHF 418.3 Mio. Währungsbereinigt betrug die Zunahme 3.4%. Das Betriebsergebnis konnte um 5.4% auf CHF 35.0 Mio. gesteigert werden. Mit der Stärkung der Verkaufsaktivitäten in Osteuropa, Lateinamerika und Indien festigte die Division ihre starke globale Marktposition weiter. Das Montagewerk in Malaysia wurde fertiggestellt und Anfang 2009 in Betrieb genommen. In den letzten Monaten des Berichtsjahres kühlte sich die Konjunktur in allen Regionen spürbar ab. Der Auftragseingang von CHF 398.9 Mio. ging im Vergleich zum Vorjahreswert um 9.4%, währungsbereinigt um 6.1%, zurück. Der Auftragsbestand lag um 13.4%, währungsbereinigt um 10.2%, unter dem Wert des Vorjahres.

Dividende
In Anbetracht des soliden Konzernergebnisses und einer kontinuierlichen Dividendenpolitik, beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 16. April 2009 eine Dividende von CHF 4.50 pro Namenaktie. Die Vorjahresdividende betrug CHF 5.00. Der Antrag entspricht einer Ausschüttungsquote von 32.7%.

Verwaltungsrat und Konzernleitung
Die Amtszeit der Verwaltungsräte Claude R. Cornaz, Kurt E. Siegenthaler und Heinrich Spoerry läuft ab. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung deren Wiederwahl für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren.

Dank an unsere Mitarbeitenden und Partner
Unter hoher Belastung durch das grosse Geschäftsvolumen stellten unsere Mitarbeitenden ihr ganzes Können und ihr enormes Engagement einmal mehr unter Beweis. Der rasche konjunkturelle Rückgang im vierten Quartal und die damit verbundenen unsicheren Aussichten für 2009 werden von unseren Mitarbeitenden und Geschäftspartnern weiterhin Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltewillen verlangen. Unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitenden danken wir für die ausgezeichnete Leistung. Wir wissen, dass unser Unternehmen auch in schwierigeren Zeiten auf die Unterstützung der Mitarbeitenden und Geschäftspartner zählen kann.

Ausblick auf das Jahr 2009
Prognosen für das laufende Jahr sind angesichts der Finanzkrise äusserst unsicher. Bucher Industries verfolgt die Marktentwicklung sehr genau und ist vorbereitet, rechtzeitig entsprechende Massnahmen treffen zu können. Finanzierungsschwierigkeiten der Kunden sowie weitere Währungsschwankungen könnten den Geschäftsgang belasten. Der für den Konzern wichtige Landtechniksektor dürfte davon am wenigsten betroffen sein. Tiefere Steuereinnahmen der öffentlichen Hand und Finanzierungsprobleme der privaten Unternehmer verursachen eine schwächere Nachfrage bei den Kommunalfahrzeugen. Bei den Fruchtsaftanlagen erwarten wir weniger Grossprojekte und bei einigen Weinproduzenten rechnen wir mit Finanzierungsproblemen. Das Zuliefergeschäft von Bucher Hydraulics dürfte neben dem Rückgang der Nachfrage vom Lagerabbau der Kunden zusätzlich betroffen sein. Emhart Glass erwartet erhebliche Verzögerungen im Projektgeschäft für Glasformungsmaschinen, jedoch ein wesentlich stabileres Ersatzteilgeschäft. Der solide Auftragsbestand zu Beginn des Jahres und die Akquisitionen dürften die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr stützen. Insgesamt erwarten wir für das Jahr 2009 einen Konzernumsatz unter Vorjahr sowie ein tieferes Betriebs- und Konzernergebnis.

Niederweningen, 12. März 2009


Kurt E. Siegenthaler
Präsident des Verwaltungsrats

Philip Mosimann
Vorsitzender der Konzernleitung

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Der Jahresbericht ist auch als PDF-Download verfügbar.

Jahresbericht 2008 (161 KB)