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Das Geschäftsjahr 2009 lag im Zeichen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Neben einschneidenden Restrukturierungs- und Kostensparmassnahmen beschäftigten auch zukunftsweisende Geschäftsentwicklungen
das Unternehmen.

Bucher Industries konnte sich dem massiven Einbruch der Konjunktur nicht entziehen. Der Umsatz nahm um 23%, währungsbereinigt um 19% auf CHF 2 142 Mio. ab. Der Akquisitionseinfluss betrug 6%. Der Auftragseingang von CHF 1 797 Mio. ging um 36% zurück. Trotz ausserordentlichen Wertminderungen auf Goodwill von CHF 86 Mio. blieb das Betriebsergebnis mit CHF 26 Mio. positiv. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Finanzergebnis um CHF 10 Mio. auf minus CHF 19 Mio. Nach Steuern von CHF 31 Mio. resultierte ein Konzernverlust von CHF 24 Mio.
Einbruch der Nachfrage
Die im vierten Quartal 2008 einsetzende Weltwirtschaftskrise setzte sich im Berichtsjahr unvermindert fort und erfasste alle Marktsegmente von Bucher Industries. Die restriktive Kreditvergabepraxis zur Finanzierung von Kundenprojekten hemmte die Investitionstätigkeit stark. Massiv abgewertete Lokalwährungen in Osteuropa erschwerten die Importe zusätzlich und brachten die Nachfrage in dieser Region fast vollständig zum Erliegen. Auch die Hauptmärkte in Westeuropa und Nordamerika konnten sich dem Abschwung nicht entziehen. Der abrupte Wechsel von starkem, anhaltendem Wachstum der letzten Jahre zu einem weltweiten Einbruch der Nachfrage führte zu überhöhten Lagerbeständen bei Kunden und in den Vertriebskanälen. Daraus entstand ein forcierter Abverkauf der Lagerbestände, was den Wettbewerbsdruck erhöhte. Im vierten Quartal des Berichtsjahres stabilisierte sich die Lage auf tiefem Niveau.

Geschäftsgang auf tiefem Niveau stabilisiert
Im Berichtsjahr waren alle Divisionen von der Wirtschaftskrise betroffen. Der Umsatz von Bucher Industries nahm um 23.2%, währungsbereinigt um 18.9%, auf CHF 2 142.1 Mio. ab. Der Akquisitionseinfluss betrug 5.9%. Der starke Umsatzrückgang und das erwartete tiefere Niveau des Geschäftsgangs in den kommenden Jahren machten ausserordentliche Wertminderungen auf Goodwill bei Kuhn Group und Bucher Hydraulics von CHF 85.9 Mio. notwendig. Trotz dieser Belastung erzielte der Konzern dank der in allen Divisionen realisierten Kosteneinsparungen ein positives Betriebsergebnis von CHF 25.8 Mio. Der Auftragseingang von CHF 1 797.4 Mio. unterschritt den Vorjahreswert um 35.6%.
Erst im vierten Quartal erreichte der Abschwung die Talsohle und es zeigten sich vereinzelt Anzeichen der Erholung. Der Auftragsbestand ging um 39.9% auf CHF 507.3 Mio. zurück. Das Währungsergebnis trug wesentlich zur Verbesserung des Finanzergebnisses um CHF 10.3 Mio. auf minus CHF 18.8 Mio. bei. Nach Steuern von CHF 31.4 Mio. resultierte ein Konzernverlust von CHF 24.4 Mio.

Sichere Finanzlage
Eine hohe Ausgabendisziplin und der Fokus auf die Reduktion des Nettoumlaufvermögens reduzierten die Forderungen und Warenvorräte um CHF 232.8 Mio. Die betrieblichen Nettoaktiven nahmen um CHF 25.4 Mio., akquisitionsbereinigt um CHF 145.9 Mio., auf CHF 897.1 Mio. ab. Die Investitionen konnten aufgrund des hohen Investitionsniveaus der Vorjahre auf CHF 58.5 Mio. gesenkt werden. Der betriebliche Free Cashflow verbesserte sich um CHF 197.8 Mio. auf CHF 182.5 Mio. Nach Akquisitionen von CHF 172.9 Mio. und Zahlung der Dividende von CHF 45.2 Mio. betrug der Free Cashflow CHF 0.7 Mio. Die Nettoschulden nahmen nur leicht um CHF 7.5 Mio. auf CHF 118.1 Mio. zu. Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern mit rund CHF 440 Mio. freien kommittierten Kreditlinien über ausreichende Liquidität. Das Eigenkapital per 31. Dezember 2009 nahm um CHF 53.6 Mio. auf CHF 792.5 Mio. ab. Die Eigenkapitalquote betrug 37.3% gegenüber 40.9% im Vorjahr.

Massnahmen zum Erhalt der Rentabilität
Die Divisionen begegneten dem starken Volumenrückgang mit dem nötigen Augenmass für einen späteren Aufschwung. Die Produktionsplanung und der Einkauf wurden vorausschauend dem tieferen Auftragseingang angepasst. Restrukturierungs- und Kostensparmassnahmen führten zum Abbau von überwiegend temporären Personalkapazitäten. Die strukturellen Massnahmen betrafen die Schliessung von kleineren Produktionsstätten in Deutschland, Italien und Frankreich und die Verlagerung der Tätigkeiten auf andere Werke. Forschungs- und Entwicklungsausgaben wurden nicht gekürzt.

Personal
Bucher Industries reduzierte die Personalkapazitäten mit Rücksicht auf den Erhalt von Know-how, die Innovationsfähigkeit und die Bereitschaft für einen nächsten Aufschwung. Trotzdem mussten gegenüber 2008 und bereinigt um Akquisitionen insgesamt 1 444 Vollzeitstellen beziehungsweise 17.2% der Personalkapazitäten reduziert werden. Neben der Einführung von Kurzarbeit waren vor allem befristete und temporäre Stellen betroffen. Zum Jahresende beschäftigte der Konzern in 28 Ländern noch 7 183 Mitarbeitende.

Neuerung in der Führungsstruktur
Ab 1. Januar 2010 etablierte der Konzern eine neue Führungsstruktur. Im neu gebildeten Bereich Bucher Specials wurden die unabhängigen Einzelgeschäfte mit Produktionsanlagen für Wein (Bucher Vaslin) und Fruchtsaft (Bucher Foodtech), zur Trocknung von Lebensmitteln und Anlagen für die Klärschlammentwässerung (Bucher Drytech) sowie das Handelsgeschäft mit Traktoren und Landmaschinen in der Schweiz (Bucher Landtechnik) zusammengefasst. Die Division Bucher Process wurde aufgehoben. Bucher Specials wird vom CEO Philip Mosimann geleitet. Das Konzernleitungsmitglied Jean-Pierre Bernheim führt weiterhin Bucher Vaslin. Die Geschäftsführer der anderen Einzelgeschäfte berichten neu an Stefan Düring, Leiter Konzernentwicklung.

Kuhn Group
erzielte im Berichtsjahr mit spezialisierten Landmaschinen einen Umsatz von CHF 948.4 Mio. Die Abnahme betrug 14.2%, währungsbereinigt 8.9%. Die zugekauften Gesellschaften Kuhn-Geldrop und Kuhn-Blanchard trugen 16.3% zum Umsatz bei. Trotz der Wertminderungen auf Goodwill von CHF 63.7 Mio. blieb das Betriebsergebnis mit CHF 7.4 Mio. positiv. Der Auftragseingang ging wegen geringer Investitionsneigung der Landwirte, Annullierungen von Aufträgen aus dem Vorjahr sowie hoher Lagerbestände bei Importeuren und Händlern um 39.9% auf CHF 735.4 Mio. zurück. Gesunkene Preise für Milch, Fleisch und Getreide führten zu deutlich tieferen landwirtschaftlichen Einkommen. Davon waren die Hauptabsatzmärkte in Nordamerika und Westeuropa ebenso betroffen wie Südamerika. Dank intensiver Zusammenarbeit mit den Kunden konnten im Laufe des Berichtsjahres die Lagerbestände in der ganzen Wertschöpfungskette weitgehend der tieferen Nachfrage angepasst werden. Die langjährige Ausrichtung auf eine flexible Kostenstruktur mit einem hohen Anteil an befristeten und temporären Stellen sowie einem hohen Zulieferanteil erlaubte der Division, ihr Kostenniveau praktisch ohne Zusatzkosten zu senken.

Bucher Municipal
wies im Berichtsjahr einen Umsatzrückgang um 21.9%, währungsbereinigt um 16.6%, auf CHF 452.1 Mio. aus. Gegen Ende des Berichtsjahres stabilisierte sich die Nachfrage auf diesem tiefen Niveau. Das Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten betrug CHF 30.4 Mio., was einer operativen Betriebsgewinnmarge von 6.7% entsprach. Die Restrukturierungskosten für die Schliessung des Produktionswerks in Hannover, Deutschland, betrugen CHF 10 Mio. Der Auftragseingang ging um 17.4% auf CHF 436.5 Mio. zurück. Die Wirtschaftskrise wirkte sich auch auf den sonst stabilen Kommunalfahrzeugmarkt aus. In Osteuropa brach die Nachfrage fast vollständig ein und private Unternehmer reagierten rasch auf den Abschwung. Überkapazitäten der Wettbewerber verstärkten den Preisdruck. Die Division reduzierte die Kosten und passte die Strukturen den veränderten Verhältnissen an. Das deutsche Produktionswerk für Grosskehrmaschinen in Hannover wurde geschlossen und die Aktivitäten in das Hauptwerk in Niederweningen, Schweiz, verlagert. Gleichzeitig wurde der Ausbau des kostengünstigen Montage- und Komponentenwerks in Lettland vorangetrieben. Mit diesen Massnahmen erhöhte die Division die Wettbewerbsfähigkeit.

Bucher Process
sah sich im Berichtsjahr einem stark beeinträchtigten Marktumfeld gegenüber. Die Division erzielte einen Umsatz von CHF 122.0 Mio. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug 37.5%, währungsbereinigt 35.1%. Das Betriebsergebnis nahm um CHF 19.4 Mio. auf CHF 4.7 Mio. ab und der Auftragseingang lag mit CHF 116.4 Mio. um 30.6% unter dem Vorjahr. Die Nachfrage nach Weinproduktionsanlagen im Hauptmarkt Europa blieb in der Hauptsaison schwach und erholte sich erst im zweiten Halbjahr, nachdem die Subventionen der Europäischen Union Wirkung zeigten. Ursache für den starken Einbruch bei Fruchtsaftanlagen waren fehlende finanzielle Mittel, hohe Lagerbestände mit teurem Apfelsaftkonzentrat sowie Überkapazitäten bei den Konzentratherstellern. Grossaufträge wie im Vorjahr fehlten ganz. Die Nachfrage nach Trocknungsanlagen sowie Anlagen zur Entwässerung von Klärschlamm war gut. Die Division schloss je eine kleinere Produktionsstätte für Weinproduktionsanlagen in Italien und Frankreich und verlagerte die Aktivitäten ins französische Hauptwerk in Chalonnes-sur-Loire.

Bucher Hydraulics
war als Zulieferer besonders stark vom konjunkturellen Abschwung betroffen und erzielte einen Umsatz von CHF 319.8 Mio. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Rückgang 35.7%, währungsbereinigt 34.0%. Der Akquisitionseinfluss betrug 1.4%. Der Auftragseingang von CHF 276.7 Mio. brach um 41.5% ein, wobei Annullierungen von Aufträgen die Abnahme zusätzlich verstärkten. Im Vergleich zur Statistik des VDMA war Bucher Hydraulics weniger stark betroffen, ein Beweis für die hervorragende Marktstellung der Division. Der Umsatzeinbruch und die Anwendung strenger Bewertungskriterien machten Wertberichtigungen auf Lagerbeständen von CHF 6.9 Mio. notwendig. Der Markteinbruch in Nordamerika und die Aussichten auf eine nur langsame Erholung verursachten Wertminderungen auf Goodwill von CHF 22.2 Mio. Diese Faktoren belasteten das Betriebsergebnis mit CHF 29.1 Mio. und führten zu einem Betriebsverlust von CHF 8.5 Mio. Mit einschneidenden Massnahmen passte die Division ihre Kosten unter Wahrung der Lieferfähigkeit und des Know-hows auf das tiefere Geschäftsvolumen an.

Emhart Glass
behauptete sich im krisengeprägten, turbulenten Marktumfeld. Der Umsatz ging um 27.4%, währungsbereinigt um 23.6%, auf CHF 303.7 Mio. zurück. Das Betriebsergebnis betrug CHF 12.2 Mio. und unterschritt den hohen Vorjahreswert um CHF 22.8 Mio. Neben dem hohen Volumenrückgang waren der starke Wettbewerbsdruck und der veränderte Produktemix Ursache für den Rückgang der Rentabilität. Mit CHF 232.4 Mio. ging der Auftragseingang um 41.7% zurück. Überkapazitäten trieben die Lagerbestände der Glasbehälterhersteller in die Höhe. Die tiefere Auslastung der Produktionskapazitäten der Glaswerke führte in der zweiten Jahreshälfte auch zu einem leichten Rückgang des sonst stabilen Ersatzteil- und Servicegeschäfts. Emhart Glass schöpfte alle Möglichkeiten zur Senkung der Kosten aus und es gelang, trotz der wesentlichen Investitionen in Malaysia und den USA in den vergangenen Jahren, die Kostenstruktur an das Niveau von 2006 anzupassen.

Dividende
Im Sinne einer kontinuierlichen Dividendenpolitik und im Hinblick auf das positive operative Ergebnis, die angepassten Kostenstrukturen und stabilen Aussichten beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 15. April 2010 trotz des Konzernverlusts eine Dividende von CHF 2.00 pro Namenaktie. Die Vorjahresdividende betrug CHF 4.50.

Verwaltungsrat und Konzernleitung
Die Amtszeit der Verwaltungsräte Thomas W. Bechtler, Rolf Broglie und Anita Hauser läuft ab. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung deren Wiederwahl für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren. Den am 31. August 2009 zurückgetretenen Verwaltungsräten, Kurt E. Siegenthaler und Erwin Stoller, dankt der Verwaltungsrat für die professionell geleistete Arbeit.

Dank an unsere Mitarbeitenden und Partner
Das vergangene Geschäftsjahr stellte besondere und ausserordentliche Herausforderungen. Der abrupte Wechsel von der Wachstumsphase der letzten Jahre zum raschen und massiven Einbruch der Konjunktur zwang das Unternehmen zu einschneidenden Massnahmen, die von allen Beteiligten Verständnis, Flexibilität, Durchhaltewillen und Engagement abverlangten. Unseren Mitarbeitenden und Geschäftspartnern danken wir für die hervorragende Leistung und die grosse Loyalität zu unserem Unternehmen. Sie alle haben bewiesen, dass auch in sehr schwierigen Zeiten auf sie Verlass ist.

Ausblick 2010
Der Konzern rechnet für das laufende Jahr nicht mit einer wesentlichen Verbesserung der konjunkturellen Lage. Das erste Halbjahr dürfte von einer anhaltend schwachen Nachfrage auf tiefem Niveau geprägt sein, während in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Erholung einsetzen könnte. Unsicherheiten bestehen im Landtechniksektor bezüglich der Entwicklung der Einkommen in der Landwirtschaft. Absehbar tiefere Steuereinnahmen der Kommunen könnten sich nachteilig auf die Nachfrage bei Kommunalfahrzeugen auswirken. Im Zuliefergeschäft Bucher Hydraulics gehen wir vom Ende des Lagerabbaus der Kunden aus und die Talsohle dürfte erreicht oder bereits durchschritten sein. Die Glasbehälterindustrie rechnet im ersten Halbjahr mit einer anhaltend geringen Auslastung und einer gewissen Erholung im zweiten Halbjahr. Bei den Einzelgeschäften von Bucher Specials rechnet Bucher Vaslin für Weinproduktionsanlagen mit einem deutlichen Wachstum, während Bucher Landtechnik und Bucher Drytech in der Grössenordnung des Vorjahres bleiben dürften. Einzig das Geschäft mit Fruchtsaftanlagen könnte einen weiteren Rückgang verzeichnen. Ohne Berücksichtigung der Wertminderungen von 2009 rechnen wir für das Jahr 2010 insgesamt mit einem Umsatz, einem Betriebs- und Konzernergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres.

Niederweningen, 16. März 2010


Thomas W. Hauser
Präsident des Verwaltungsrats

Philip Mosimann
Chief Executive Officer

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Der Jahresbericht ist auch als PDF-Download verfügbar.

Jahresbericht 2009 (141 KB)